Internetwacht Monitoring

Ein Jahr Internetwacht - Produktbewertungen

Ein Jahr Internetwacht - Produktbewertungen

Ein Jahr Internetwacht Monitoring: Die meisten Aufträge sind im Zusammenhang mit Produktbewertungen verzeichnet worden

Internetwacht, Dienstleister zur Hilfestellung bei Löschung von Daten im Internet, zieht nach einjähriger Tätigkeit ein Fazit: Mehr als 50 % der Löschaufträge unserer Kunden werden durch Bewertungsplattformen erzeugt.

Oftmals werden die Kunden durch negative Bewertungen überrascht. Diese Bewertungen erfolgen dabei nicht einmal in den üblichen „Verdächtigen“ Ebay oder Amazon, sondern innerhalb von anderen Plattformen, die meist einem Werbezweck dienen und branchenspezifisch ausgerichtet sind. Arzt, Anwalt oder Apotheker: Alles und jeder kann bewertet werden, und zwar, ohne dass die Bewerteten davon Kenntnis erlangen, wenn sie sich nicht selber „googeln“. Der Trend nimmt zu, die Inhaber der Firmen oder Praxen werden zumeist nicht gefragt, ob sie mit einer Bewertung einverstanden sind.

Dabei sind Produktbewertungen im Grunde die denkbar schlechteste Form des Marketings, denn man hat auf die Bewertung eigentlich gar keinen Einfluss. Wer wirtschaftlich davon abhängig ist, weiß, dass ein guter Eindruck im Internet wichtig ist, schließlich kennen die Kunden das Geschäft nicht und haben nur wenig Möglichkeiten, Informationen zu erhalten. Die Unternehmen können trotz aller Bemühungen um Kundenzufriedenheit nie ausschließen, dass gewisse Anteile der Beurteilungen unfair sind, da uch die Konkurrenz bewerten darf.

Aber auch für die Bewerter gibt es Risiken. Denn Bewertungen sind ja anonym. Letzteres mit Einschränkungen. Denn auch die Bewerter selbst sind oftmals nicht unerkannt. Arbeitgeber, Banken und inzwischen sogar Nachbarn betrachten mittels Suchmaschinen die Aktivitäten anderer Personen im Internet, sie ermitteln die „Internetvita“, den Lebenslauf im Internet.

Ziel ist es, möglichst viel über die Person, mit welcher man ins Geschäft kommen will, zu erfahren, ohne aktiv nachzufragen. Diese Recherche zum Lebenslauf mittels Suchmaschinen ist heutzutage ohne viel Aufwand möglich, denn viele Menschen veröffentlichen selbst Daten im Internet, ohne an die Folgen zu denken. So lassen die Artikel in Bewertungsplattformen nicht nur Rückschlüsse auf Bildung, Rechtschreibung und Allgemeinverständnis zu. Zudem besteht die Gefahr, mit den Gütern in Zusammenhang gebracht zu werden. Dies kann sich bei Produkten zur Gesundheitsvorsorge, zu Medikamenten, zu Büchern zu umstrittenen oder gesundheitlichen Themen wie auch bei Medien wie Filmen oder Musikstücken zum Nachteil entwickeln, etwa bei der Stellensuche. Zudem kann eine gewisse Häufigkeit negativer Bewertungen dazu führen, als notorischer „Nörgler“ abgestempelt zu werden.

Wer daher viele Produktbewertungen schreibt, sollte sich überlegen, ob er dies tatsächlich mit seinem wirklichen Namen durchführt oder besser einen Mitgliedsnamen verwendet, der keinerlei Rückschlüsse auf seine tatsächliche Identität zulässt. Die meisten Mitgliedsnamen können auch noch nachträglich verändert werden, Auskunft geben die Betreiber der Portale. Auch eine E-Mailadresse sollte eigens hierzu eingerichtet werden, kostenlose Anbieter finden sich genügend. Denn auch eine E-Mailadresse kann mittels Suchmaschinen aufgespürt werden. Generell ungeeignet erweist sich immer, hierzu eine berufliche Adresse zu verwenden. Hier kann, je nach Häufigkeit der Nutzung, zudem noch eine arbeitsrechtliche Sanktion drohen. Zudem sollte möglichst fehlerfrei und sachlich bewertet werden, damit die Bewertung auch ernst genommen wird.

Rache oder andere Emotionen sollten nicht zu einer vorschnellen Bewertung führen, denn oftmals sind Arbeitsplätze von Bewertungen abhängig. Sind diese Grundsätze gewahrt, kann ohne spätere Reue das entsprechende Produkt bewertet werden.

Wer weiß, ob sich die Bewertung wieder löschen lässt.

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